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Kriminalität

Kriminalität

Der Kriminalitätsbegriff wurde vom lateinischen Wort "crimen" für "Schuld, Beschuldigung, Anklage oder Verbrechen" abgeleitet. Bis heute ist es nicht gelungen, für diesen Oberbegriff für Straftaten eine schlüssige Definition zu finden.
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Das liegt zum einen an juristischen Spitzfindigkeiten. Zum anderen behindert die Definitionsklärung eine Grauzone. Diese unterscheidet ein "Kavaliersdelikt" von einer Straftat. Im Allgemeinen bezeichnet der Begriff alles, was in den Augen der Justiz als Straftat oder Rechtsverletzung angesehen wird.

Strafrechtliche Tatbestände

Wir nutzen heutzutage mehrere Begriffe, die den Begriffsteil "Kriminalität" enthalten. Die Rede ist von Begriffen wie Kleinkriminalität, Schwerkriminalität, Straßenkriminalität oder Massenkriminalität. Dabei handelt es sich um Straftaten und Rechtsverletzungen, die unterschiedliche Dimensionen haben.

Kleinkriminalität

Kleinkriminelle sind Gauner. Diese befassen sich mit Bagatelldelikten wie Taschen- oder Ladendiebstählen, Urheberrechtsverletzungen oder dem Aufbrechen von Autos zwecks Diebstahls dort liegender Wertgegenstände.

Straßenkriminalität

Hier geht es um Straftaten, die in aller Öffentlichkeit ablaufen. Die Täter agieren bevorzugt auf öffentlichen Wegen, in Parks, auf Straßen oder im Getümmel touristischer Hot Spots. Taschendiebstähle durch "Antanzen" oder Anrempeln potenzieller Opfern sind üblich.

Kavaliersdelikte

Der Begriff "Kavaliersdelikt" beschönigt möglicherweise strafrechtlich relevante Verhaltensweisen oder Ordnungswidrigkeiten. Es handelt sich um Fehlverhalten, das allgemein als nicht ehrenrührig angesehen wird. Darunter fallen Tempoverstöße im Stadtgebiet, das Überfahren einer roten Ampel, das Parken in Halteverbotszonen oder das Bedienen des Smartphones beim Fahren eines PKW. Auch das Bahnfahren ohne gültigen Fahrschein gilt als Kavaliersdelikt. Das Abrechnen privater Essens als Geschäftsessen oder das Anfertigen privater Fotokopien im eigenen Unternehmen gelten in der Gesellschaft als verzeihliche Delikte. Vorgesetzte oder Strafbehörden können das aber anders sehen.

Schwerkriminalität

Schwerkriminelle sind "schwere Jungs", die professionell vorgehen. Sie agieren als Bankräuber oder begehen schwere Straftaten. Es handelt sich oft um Wiederholungstäter, die bereits mehrere Haftstrafen verbüßt haben.

Massen- oder Alltagskriminalität

Der Begriff "Massen- oder Alltagskriminalität" beschreibt Straftaten, die in der Kriminalitätsstatistik häufig genannt werden. Die Täter sehen ihre Taten oft als Bagatell-Delikt an. Das umfasst beispielsweise Sachbeschädigungen, Diebstähle von Fahrrädern oder Kosmetika, Stromdiebstahl, erschlichene Leistungen beim Arbeitsamt sowie Versicherungsbetrug.

Schwerst-, Banden- oder Gewaltkriminalität

Unter diesen Begriffen werden die schwersten Delikte zusammengefasst. Auch das organisierte Verbrechen wäre hier einzuordnen.

Was definiert "Kriminalität"?

Aus den aufgelisteten Kriminalitätsbegriffen wird deutlich, dass manche Straftat mehreren Sparten zuzurechnen wäre. Eine andere Begriffs-Unterteilung wäre Bagatelldelikte, leicht, mittlere und schwere sowie Schwerstkriminalität. Der Übergang von einem Zustand in den nächsten ist denkbar. So kriminalisieren sich mehrfach verurteilte Kleinkriminelle oft im Gefängnis. Sie werden dort nicht immer zu "schweren Jungs". Doch sie verlegen sich möglicherweise auf lukrativere "Geschäftszweige".

Die getroffenen Unterscheidungen sind als Unterbegriffe zu bezeichnen. Sie werden durch eine unterschiedliche Grade krimineller Energie definiert. Der Kriminalitätsbegriff umfasst die Gesamtheit aller Aktionen/Interaktionen, die Rechtsbrüche und Straftaten jeglicher Art betreffen. Dabei gibt es eine juristische Grauzone. Sie betrifft die Frage, wo kriminelle Energie beginnt und wo Fahrlässigkeit endet. Darüber müssen letztendlich oft die Gerichte entscheiden. War Vorsatz im Spiel oder war es ein Versehen?

Zu beachten ist auch, dass viele Delikte und Straftaten nie zur Anzeige kommen. Die Dunkelziffer in diesem Bereich ist groß. Cyberkriminelle sind kaum zu schnappen. Sie agieren vom Ausland aus und verschleiern ihre Taten mit technischen Mitteln. Neben jugendlichen Hackern können auch Regierungsbehörden hinter solchen Taten stehen. Diebesbanden operieren ebenfalls vom Ausland aus. Sie verschieben Autos und arbeiten morgen schon an einem anderen Ort.

Drei ehemalige RAF-Mitglieder sind seit Jahren als Bankräuber unterwegs. Sie werden nicht enttarnt, weil sie klug agieren und sich geschickt tarnen. Viele Täter operieren aus dem Untergrund heraus. Sie leben ansonsten ein vollkommen unauffälliges Leben.

Der Bereich Kriminalität beschäftigt mittlerweile neben den Polizei- und Strafverfolgungsbehörden auch Detektive, Sicherheitsunternehmen, Wachdienste, IT-Spezialisten, Sachverständige jeglicher Fachgebiete, Pathologen, Forensiker, Spurensicherer, Tatortreiniger, Profiler, Psychologen und Mediziner.


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